Lederkunde

Kleine Einführung in die Lederkunde
Tierarten:
Rindshäute (Kühe, Ochsen, Bullen, Rinder/Färsen)
Fresserfelle: Felle von Kälbern, die schon Futter fressen.
Kalbfelle: von 7,5 kg bis 15+ kg
Roßhäute sowie Maulesel, Esel- und Fohlenfelle
Schaffelle: Lamm, Schaf - nach Feinheit der Wolle, Länge der Wolle, Gewicht und Farbe sortiert
Skivers: dicke, kräftige Schaffelle werden nach der Enthaarung gespalten. Der Narbenspalt wird dann mit Skivers bezeichnet
Ziegenfelle: sortiert nach Alter (Zickel, Geißen), Gewicht, Farbe etc.
Reptilienhäute: Schlangen, Eidechsen, Krokodile
Kategorien:
Narben: ist der obere Teil der HautSpalte: ist der Abspalt von dem Narbenspalt.
Velourspalte: die geschliffene Variante des Abspalts, auch fälschlicherweise "Wildleder" genannt. Da es sich aber meistens um Rindsleder handelt, kann von "Wild" nicht die Rede sein. Kalb-Velourspalte ist feiner im Schliff, als Rindsvelourspalte. Das feinste Velourleder ergibt das Ziegen-Velourleder.
Nappaleder: bedeutet einfach nur weiches Leder, gegerbt und gefärbt.
Anilinleder: naturbelassenes Leder, d.h. im Fass durchgefärbt. Dadurch sehr atmungsaktiv, softig weich und warm, aber kratzempflindlich.
Semi-Anilinleder: Rindnappahäute, vollnarbig (nicht geschliffen), Oberfläche leicht farblich pigmentiert. Schmutzunempfindlich, strapazierfähig, lichtbeständiger als Anilinleder. Einsatz: für Polster, Lederwaren, Taschen etc.
Zugerichtetes Leder: Rindnappahäute, zugerichtet (leicht geschliffen, oberflächlich mit Farbe zugerichtet). Dadurch bessere Sortimente und höhere Verschnittquoten. Einsatz: günstige Polster.
Nubuk: Narbenleder leicht an der Oberfläche geschliffen (Schreibeffekt). Zuschnitte: Haut oder Hälfte.
Blankleder: pflanzlich (lohgar/vegetabil) gegerbte Leder. Finden Einsatz für Gürtel, Lederwaren etc.. Zuschnitte: als Hals, Croupon, Culatte, Hälfte, Hecht.
Flächeneinteilung
Croupon: ist der "Kern" einer Haut, das beste Stück. Setzt sich aus dem Rücken, Schild und Kratze zusammen, bis zu 50% der Gesamtfläche der Haut.
Hals: Halsteil und Kopf aus Stirn und Backen. Einsatz: als Blankleder für Gürtel, als Spalte für Arbeitsschutz (ASA).
Flanke: auch Bäuche genannt, seitlich an dem Croupon befindlich, bestehend aus eigentlichem Bauchteil der Haut, Vorder- und Hinterklauen ganze/halbe
Haut: soweit die Haut im Ganzen bzw. an der Bauchlinie geschnitten wird.
Hecht: ganze Haut ohne Flanken. Die Seitenteile = Flanken werden abgeschnitten. Einsatz: Hundeleinen, Leinen für den Pferdesport.
Culatte: halbe Haut ohne Hals (oder halber Croupon mit Flanke).
Maße und Gewichte
Leder wird in qm, Fuß oder kg berechnet. In der Regel wird das Leder nach qm berechnet.Umrechnungsfaktor 10,764 / Beispiel: 2,95 qm x 10,764 = 31,75 qfs / 45 qfs. : 10,764 = 4,18 qm.Beispiel: Bodenleder wird meistens in kg abgerechnet. Leichtes Bekleidungsleder wie Elchleder, Lammnappa, Ziegenvelours in qfs. Polsterleder in qm.
Erkennungsmerkmale des Leders
Rindnarbenleder: erkennt man daran, dass die Poren, wo die Haare saßen, dureinander angeordnet sind (ähnlich dem Sternenhimmel).Schweinsleder: erkennt man daran, dass die Poren geordnet sind, immer 3 Poren zusammen.Lammnappa / Ziegenleder: in Wellen verlaufende Anordnungen.
Die Lederhaut
Direkt an die Oberhaut schließt an:dünne Narbenschicht: sehr fest strukturiertes Gewebe. Durch verschiedene Anordnungen der Haare bei den einzelnen Tierarten gibt die Porenbildung in der Narbenschicht das charakteristische Aussehen. Das Narbenleder ist widerstandsfähiger gegen äußere Einflusse, wie Nässe, mechanische Einwirkungen etc.Vor der Gerbung wird die Unterhaut von der Lederhaut mechanisch entfernt.Das Blutgefäßsystem ist verantwortlich für die Adrigkeit.
Papillarschicht: lockere Struktur, sehr empfindlich gegen chemische Einflüsse und mechanische Belastung.
Reticularschicht: größere Festigkeit als Papillarschicht
Stellung der Haut und die Hautqualität
Die Hautqualität, Strukturfestigkeit und die Feinheit des Narbenbildes wird von verschiedenen Faktoren beeinlusst:
1. Alter des Tieres: je älter, desto "schlechter" die Haut, umso lockerer die Strucktur, umso gröber der Narben. Die Narbenporen werden größer, mehr Schädlingsbefall, oder Heckenrisse etc. treten auf. Vorteil: die Fläche der Haut und damit der Verschnitt ist besser zu nutzen.
2. Geschlecht des Tieres: weibliche Tiere dichtere Struktur, feinere Narben, als die Häute von männlichen Tieren. Man kann noch unterscheiden: Das Kalbfell (heranwachsendes Rind), die Rindhaut/Färse (ausgewachsen, geschlechtsreich, doch noch nicht gekalbt), die Kuhhaut (ein- oder mehrmals gekalbt), die Stierhaut (ausgewachsen, geschlechtsreifes männliches Tier), die Bullenhaut (ein- oder mehrmals zur Deckung herangezogen), die Ochsenhaut (kastriert).
3. Geschlechtigkeit: je öfter ein männliches Tier zur Deckung benutzt wird oder je öfter ein Weibchen gekalbt hat, desto schlechter wird die Haut
4. von der Ernährung: je mehr Grünfutter, desto besser gestellt, desto besser die Struktur
5. Zurichtung: hauptsächlich auf Milcherzeugnis gezüchtet - schlechtere Stellung und lockere Struktur (z.B. das nordeutsche schwarzbunte Niederungsvieh, Friese oder Holländer genannt. Oder ausgesprochenes Fleisch- und Milchviel, z.B. das süddeutsche Höhenfleckvieh, Simmentaler.
6. Haltung: Weidevieh besser als Stallhaltung (Mistflecken = Schwitzporen)
7. Klima: kaltem, rauhen Klima, besser als Tiere aus weniger rauhen klimatischen Verhältnissen
Die Rohhautschäden
Stacheldrahtrisse: erst an der Blöße zu erkennen. Verschieden tiefe, rißartige Verletzungen von unregelmäßigem Verlauf. offen (frisch) oder vernarbt.
Dornenheckenrisse: weniger tief, als die Stacheldrahtrisse.
Striegelrisse: geringfügige, strichartige Verletzungen von paralleler Anordnung. Erst an der Blöße, oft erst am Leder zu erkennen.
Mistgabelstiche: verschieden tiefe, stichartige Verletzungen.
Treibstachelstiche: lochartige Verletzungen oder geschwürartige Verletzungen.
Brandzeichen: fast nur auf außereuropäischen Häuten.
Operationsnarben: schon an der Rohhaut zu erkennen.
Parasitenschäden: an der Haut des lebenden Tieres verursacht, z.B. Dasselfliege, Laus, Milbe und Zecke.
Mist- und Urinschäden: hauptsächlich auf Haustierhäuten. Durch Dungbehang verursachte Schwitzporen. Der Narben wirkt grob, die Pooren sind stark vergrößert.
Abzugsschäden: Durch Fleischer (Fleischerschnitte) beim Abziehen der Haut verursacht.
Konservierungsschäden: Vom Zeitpunkt des Abzugs bis zur Einarbeitung der Haut in der Gerberei entstanden. Z.B. Schäden durch Mikroorganismen, Fäulnisschäden, Verfärbungen durch Bakterien, Schäden durch Chemikalien, Salzflecken oder Salzstippen von der Konservierung, Eisen- oder Blutflecken.
Die Weiche
ist dafür da, um das Leder wieder auf seine ursprüngliche Art zurückzubringen, d. h. durch den Wasserverlust bei der Konsivierung ist es hart geworden und durch diesen Vorgang soll es wieder weicher gemacht werden.
Auch soll die Dicke der Rohhaut wiederhergestellt werden und das Leder von Schmutz, Blut und Konservierungsmittel befreit werden.
Die Arbeitsgefäße
Das Faß: stellt einen Zylinder dar, der sich um seine waagerecht liegende Achse dreht..Im Mantel des Zylinders befindet sich eine verschließbare öffnung wo die Rohware hineingefüllt und entnommen wird. Es gibt verschieden Größen der Fäßer, einmal in denen einiger hundert Kilo bearbeitet werden könnnen, in anderen Fäßern bis zu 22 t Material verarbeitet werden kann. Die Fäßer sind in zwei Richtungen bewegbar.
Der Haspel: liegender Halbzylinder auf dem ein Quarder gesetzt ist. Schräg oben kann man das Gefäß befüllen und entleeren. Im Quarderzylinder befindet sich ein Schaufelrad, was dafür da ist, dass die Haut in bewegung bleibt. Auch hier gibt es wieder verschiedene Größen, einmal für 50 kg Hautmaterial oder auch bei denen einige Tonnen Hautmaterial bearbeitet werden kann.
Die Grube: ist die älteste Methode, aber auch die noch am seltesten verwendet wird. Die Grube ist eine Art Kasten im Boden versenkt, wo die Häute entweder hineingelegt werden oder an den Klauen mit Stricke am Rahmen aufgehängt werden.
Die Bewegung
Sie beschleunigt den Prozeß durch Eindringen von Wasser und Chemikalien in die Haut. Zu viel bewegen kann dem Leder aber eher Schaden, weil das Hautmaterial dann losnarbig wird. Deshalb sollte mann es zwar genügend bewegen, aber nicht übertreiben.
Der äscher
Bevor das geweichte Hautmaterial gegerbt werden kann muss es geäschert werde, d. h. die Oberhaut und die Haare mussen gelockert werden für die leichtere Entfernung. Auch müssen die natürlichen Fettstoffe entfernt werden.
Der Weißkalk
Durch die Behandlung mit Weißkalk wird die Lederhaut mäßig gequoellen, Eiweis-und Fettstoffe werden herausgelöst und Die Haare und die Oberhaut werden resistent gegen chemische Einflüsse gemacht.
Das Entfleischen
nach Beendigung des äschersprozesses wird das Unterhautbindegewebe entfernt.
Das Spalten
für viel Lederarten ist die Haut zu dick, deshalb muss die Haut in einer Spaltmaschine gespalten werden. Die Haut wird vor dem äschern in 25-30 Grad warmes Wasser für ca. eine Stunde gelegt, wobei die Außenschichten etwas aufquellen, was für den Spaltprozeß günstig ist.
Das Enthaaren
dieser Prozeß wird nur noch durchgeführt wo noch nicht beim äschern oder Beitzen die Harre entfernt werden. Das von Oberhaut, Harren und Unterhautbindegewebe befreite Hautmaterial nennt man Blöße.
Die Aufgaben der Entkälkung
Bei der Entkälkung mus der ph- Wert neutralisiert und die Chemilkalien entfernt werde, die bei der äscherung entstanden sind. Auch wird der Zwischenraum zwischen den einzelenen Fasern vergrößert damit die Gerb- und Beitzstoffe besser eindringen können.
Die Aufgaben der Beize
ist dafür da, wenn eine gewisse Weichheit und Geschmeidigkeit des Leders ereicht wird Die Beize soll erreichen, dass die Fasern bessere Beweglichkeit untereinander haben. Durch die Beize der Narben der Blöße wird sie von Haaren, Hautresten und Fett gereinigt. Je weicher das Leder sein soll, desto mehr sollte es gebeizt werden. Zusätzlich gibt der Beizprozeß dem Narben ein feines und schönes Aussehen.
Rindshäute (Kühe, Ochsen, Bullen, Rinder/Färsen)
Fresserfelle: Felle von Kälbern, die schon Futter fressen.
Kalbfelle: von 7,5 kg bis 15+ kg
Roßhäute sowie Maulesel, Esel- und Fohlenfelle
Schaffelle: Lamm, Schaf - nach Feinheit der Wolle, Länge der Wolle, Gewicht und Farbe sortiert
Skivers: dicke, kräftige Schaffelle werden nach der Enthaarung gespalten. Der Narbenspalt wird dann mit Skivers bezeichnet
Ziegenfelle: sortiert nach Alter (Zickel, Geißen), Gewicht, Farbe etc.
Reptilienhäute: Schlangen, Eidechsen, Krokodile
Kategorien:
Narben: ist der obere Teil der HautSpalte: ist der Abspalt von dem Narbenspalt.
Velourspalte: die geschliffene Variante des Abspalts, auch fälschlicherweise "Wildleder" genannt. Da es sich aber meistens um Rindsleder handelt, kann von "Wild" nicht die Rede sein. Kalb-Velourspalte ist feiner im Schliff, als Rindsvelourspalte. Das feinste Velourleder ergibt das Ziegen-Velourleder.
Nappaleder: bedeutet einfach nur weiches Leder, gegerbt und gefärbt.
Anilinleder: naturbelassenes Leder, d.h. im Fass durchgefärbt. Dadurch sehr atmungsaktiv, softig weich und warm, aber kratzempflindlich.
Semi-Anilinleder: Rindnappahäute, vollnarbig (nicht geschliffen), Oberfläche leicht farblich pigmentiert. Schmutzunempfindlich, strapazierfähig, lichtbeständiger als Anilinleder. Einsatz: für Polster, Lederwaren, Taschen etc.
Zugerichtetes Leder: Rindnappahäute, zugerichtet (leicht geschliffen, oberflächlich mit Farbe zugerichtet). Dadurch bessere Sortimente und höhere Verschnittquoten. Einsatz: günstige Polster.
Nubuk: Narbenleder leicht an der Oberfläche geschliffen (Schreibeffekt). Zuschnitte: Haut oder Hälfte.
Blankleder: pflanzlich (lohgar/vegetabil) gegerbte Leder. Finden Einsatz für Gürtel, Lederwaren etc.. Zuschnitte: als Hals, Croupon, Culatte, Hälfte, Hecht.
Flächeneinteilung
Croupon: ist der "Kern" einer Haut, das beste Stück. Setzt sich aus dem Rücken, Schild und Kratze zusammen, bis zu 50% der Gesamtfläche der Haut.
Hals: Halsteil und Kopf aus Stirn und Backen. Einsatz: als Blankleder für Gürtel, als Spalte für Arbeitsschutz (ASA).
Flanke: auch Bäuche genannt, seitlich an dem Croupon befindlich, bestehend aus eigentlichem Bauchteil der Haut, Vorder- und Hinterklauen ganze/halbe
Haut: soweit die Haut im Ganzen bzw. an der Bauchlinie geschnitten wird.
Hecht: ganze Haut ohne Flanken. Die Seitenteile = Flanken werden abgeschnitten. Einsatz: Hundeleinen, Leinen für den Pferdesport.
Culatte: halbe Haut ohne Hals (oder halber Croupon mit Flanke).
Maße und Gewichte
Leder wird in qm, Fuß oder kg berechnet. In der Regel wird das Leder nach qm berechnet.Umrechnungsfaktor 10,764 / Beispiel: 2,95 qm x 10,764 = 31,75 qfs / 45 qfs. : 10,764 = 4,18 qm.Beispiel: Bodenleder wird meistens in kg abgerechnet. Leichtes Bekleidungsleder wie Elchleder, Lammnappa, Ziegenvelours in qfs. Polsterleder in qm.
Erkennungsmerkmale des Leders
Rindnarbenleder: erkennt man daran, dass die Poren, wo die Haare saßen, dureinander angeordnet sind (ähnlich dem Sternenhimmel).Schweinsleder: erkennt man daran, dass die Poren geordnet sind, immer 3 Poren zusammen.Lammnappa / Ziegenleder: in Wellen verlaufende Anordnungen.
Die Lederhaut
Direkt an die Oberhaut schließt an:dünne Narbenschicht: sehr fest strukturiertes Gewebe. Durch verschiedene Anordnungen der Haare bei den einzelnen Tierarten gibt die Porenbildung in der Narbenschicht das charakteristische Aussehen. Das Narbenleder ist widerstandsfähiger gegen äußere Einflusse, wie Nässe, mechanische Einwirkungen etc.Vor der Gerbung wird die Unterhaut von der Lederhaut mechanisch entfernt.Das Blutgefäßsystem ist verantwortlich für die Adrigkeit.
Papillarschicht: lockere Struktur, sehr empfindlich gegen chemische Einflüsse und mechanische Belastung.
Reticularschicht: größere Festigkeit als Papillarschicht
Stellung der Haut und die Hautqualität
Die Hautqualität, Strukturfestigkeit und die Feinheit des Narbenbildes wird von verschiedenen Faktoren beeinlusst:
1. Alter des Tieres: je älter, desto "schlechter" die Haut, umso lockerer die Strucktur, umso gröber der Narben. Die Narbenporen werden größer, mehr Schädlingsbefall, oder Heckenrisse etc. treten auf. Vorteil: die Fläche der Haut und damit der Verschnitt ist besser zu nutzen.
2. Geschlecht des Tieres: weibliche Tiere dichtere Struktur, feinere Narben, als die Häute von männlichen Tieren. Man kann noch unterscheiden: Das Kalbfell (heranwachsendes Rind), die Rindhaut/Färse (ausgewachsen, geschlechtsreich, doch noch nicht gekalbt), die Kuhhaut (ein- oder mehrmals gekalbt), die Stierhaut (ausgewachsen, geschlechtsreifes männliches Tier), die Bullenhaut (ein- oder mehrmals zur Deckung herangezogen), die Ochsenhaut (kastriert).
3. Geschlechtigkeit: je öfter ein männliches Tier zur Deckung benutzt wird oder je öfter ein Weibchen gekalbt hat, desto schlechter wird die Haut
4. von der Ernährung: je mehr Grünfutter, desto besser gestellt, desto besser die Struktur
5. Zurichtung: hauptsächlich auf Milcherzeugnis gezüchtet - schlechtere Stellung und lockere Struktur (z.B. das nordeutsche schwarzbunte Niederungsvieh, Friese oder Holländer genannt. Oder ausgesprochenes Fleisch- und Milchviel, z.B. das süddeutsche Höhenfleckvieh, Simmentaler.
6. Haltung: Weidevieh besser als Stallhaltung (Mistflecken = Schwitzporen)
7. Klima: kaltem, rauhen Klima, besser als Tiere aus weniger rauhen klimatischen Verhältnissen
Die Rohhautschäden
Stacheldrahtrisse: erst an der Blöße zu erkennen. Verschieden tiefe, rißartige Verletzungen von unregelmäßigem Verlauf. offen (frisch) oder vernarbt.
Dornenheckenrisse: weniger tief, als die Stacheldrahtrisse.
Striegelrisse: geringfügige, strichartige Verletzungen von paralleler Anordnung. Erst an der Blöße, oft erst am Leder zu erkennen.
Mistgabelstiche: verschieden tiefe, stichartige Verletzungen.
Treibstachelstiche: lochartige Verletzungen oder geschwürartige Verletzungen.
Brandzeichen: fast nur auf außereuropäischen Häuten.
Operationsnarben: schon an der Rohhaut zu erkennen.
Parasitenschäden: an der Haut des lebenden Tieres verursacht, z.B. Dasselfliege, Laus, Milbe und Zecke.
Mist- und Urinschäden: hauptsächlich auf Haustierhäuten. Durch Dungbehang verursachte Schwitzporen. Der Narben wirkt grob, die Pooren sind stark vergrößert.
Abzugsschäden: Durch Fleischer (Fleischerschnitte) beim Abziehen der Haut verursacht.
Konservierungsschäden: Vom Zeitpunkt des Abzugs bis zur Einarbeitung der Haut in der Gerberei entstanden. Z.B. Schäden durch Mikroorganismen, Fäulnisschäden, Verfärbungen durch Bakterien, Schäden durch Chemikalien, Salzflecken oder Salzstippen von der Konservierung, Eisen- oder Blutflecken.
Die Weiche
ist dafür da, um das Leder wieder auf seine ursprüngliche Art zurückzubringen, d. h. durch den Wasserverlust bei der Konsivierung ist es hart geworden und durch diesen Vorgang soll es wieder weicher gemacht werden.
Auch soll die Dicke der Rohhaut wiederhergestellt werden und das Leder von Schmutz, Blut und Konservierungsmittel befreit werden.
Die Arbeitsgefäße
Das Faß: stellt einen Zylinder dar, der sich um seine waagerecht liegende Achse dreht..Im Mantel des Zylinders befindet sich eine verschließbare öffnung wo die Rohware hineingefüllt und entnommen wird. Es gibt verschieden Größen der Fäßer, einmal in denen einiger hundert Kilo bearbeitet werden könnnen, in anderen Fäßern bis zu 22 t Material verarbeitet werden kann. Die Fäßer sind in zwei Richtungen bewegbar.
Der Haspel: liegender Halbzylinder auf dem ein Quarder gesetzt ist. Schräg oben kann man das Gefäß befüllen und entleeren. Im Quarderzylinder befindet sich ein Schaufelrad, was dafür da ist, dass die Haut in bewegung bleibt. Auch hier gibt es wieder verschiedene Größen, einmal für 50 kg Hautmaterial oder auch bei denen einige Tonnen Hautmaterial bearbeitet werden kann.
Die Grube: ist die älteste Methode, aber auch die noch am seltesten verwendet wird. Die Grube ist eine Art Kasten im Boden versenkt, wo die Häute entweder hineingelegt werden oder an den Klauen mit Stricke am Rahmen aufgehängt werden.
Die Bewegung
Sie beschleunigt den Prozeß durch Eindringen von Wasser und Chemikalien in die Haut. Zu viel bewegen kann dem Leder aber eher Schaden, weil das Hautmaterial dann losnarbig wird. Deshalb sollte mann es zwar genügend bewegen, aber nicht übertreiben.
Der äscher
Bevor das geweichte Hautmaterial gegerbt werden kann muss es geäschert werde, d. h. die Oberhaut und die Haare mussen gelockert werden für die leichtere Entfernung. Auch müssen die natürlichen Fettstoffe entfernt werden.
Der Weißkalk
Durch die Behandlung mit Weißkalk wird die Lederhaut mäßig gequoellen, Eiweis-und Fettstoffe werden herausgelöst und Die Haare und die Oberhaut werden resistent gegen chemische Einflüsse gemacht.
Das Entfleischen
nach Beendigung des äschersprozesses wird das Unterhautbindegewebe entfernt.
Das Spalten
für viel Lederarten ist die Haut zu dick, deshalb muss die Haut in einer Spaltmaschine gespalten werden. Die Haut wird vor dem äschern in 25-30 Grad warmes Wasser für ca. eine Stunde gelegt, wobei die Außenschichten etwas aufquellen, was für den Spaltprozeß günstig ist.
Das Enthaaren
dieser Prozeß wird nur noch durchgeführt wo noch nicht beim äschern oder Beitzen die Harre entfernt werden. Das von Oberhaut, Harren und Unterhautbindegewebe befreite Hautmaterial nennt man Blöße.
Die Aufgaben der Entkälkung
Bei der Entkälkung mus der ph- Wert neutralisiert und die Chemilkalien entfernt werde, die bei der äscherung entstanden sind. Auch wird der Zwischenraum zwischen den einzelenen Fasern vergrößert damit die Gerb- und Beitzstoffe besser eindringen können.
Die Aufgaben der Beize
ist dafür da, wenn eine gewisse Weichheit und Geschmeidigkeit des Leders ereicht wird Die Beize soll erreichen, dass die Fasern bessere Beweglichkeit untereinander haben. Durch die Beize der Narben der Blöße wird sie von Haaren, Hautresten und Fett gereinigt. Je weicher das Leder sein soll, desto mehr sollte es gebeizt werden. Zusätzlich gibt der Beizprozeß dem Narben ein feines und schönes Aussehen.